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CITIZEN DOG (Thailand 2004)

von Matthias Mahr

Original Titel. MAH NAKORN
Laufzeit in Minuten. 100

Regie. WISIT SASANATIENG
Drehbuch. KOYNUCH . WISIT SASANATIENG
Musik. nicht bekannt
Kamera. REWAT PRELERT
Schnitt. POLARAT KITIKUNPAIROJ . DUSANEE PUINONGPHO
Darsteller. MAHSAMUT BOONYARUK . SAENGTHONG GATE-UTHONG . SAWATWONG PALAKAWONG . CHUCK STEPHENS u.a.

Review Datum. 2005-11-18
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Das Landkind Pod zieht, trotz der eindringlichen Warnung seiner Großmutter, dass ihm dort ein Schwanz wachsen wird, nach Bankok. Als Arbeiter in einer Sardinendosenfabrik verliert er einen seiner Zeigefinger um ihn kurze Zeit später durch einen glücklichen Zufall wieder zu finden. Von der Arbeit in der Fabrik hat er dennoch genug. In seiner nächsten Anstellung in der Security eines Bürohauses lernt er die Putzfrau Jin kennen und ist sofort in sie verliebt. Sie allerdings will ein geheimnisvolles weißes Buch verstehen, welches aufgrund eines Flugzeugabsturzes vor ihren Füßen landete. Außerdem sieht sie keine Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft oder gar Kinder, da beide zu unbedeutende Personen sind als dass ihnen jemals ein Schwanz wachsen würde.

Nach dem fulminanten Popart-Thai-Western TEARS OF THE BLACK DRAGON waren die Erwartungen in den nächsten Film von Wisit Sasnatieng schon ziemlich hoch. In den ersten Szenen fühlt man sich gleich zuhause. Die knalligen Farben sorgen für eine vertraute Optik, die köstliche Szene mit der Suche nach der Dose mit dem Finger wirkt wie ein Garant, dass auch die neue Geschichte schräg bleibt und dabei originell genug sein sollte um kein reiner Abklatsch des Vorgängers zu werden. Der Schrägheit bleibt der Film auch bis zum Schluss treu. Leider verkommt sie im Fortlauf der Geschichte zusehend zum Selbstzweck. Spätestens wenn eine Figur eingeführt wird, die zwanghaft alles ablecken muss wird einem klar, dass bereits Jins Ordnungswahn, der schon MONKsche Ausmaße annimmt eigentlich zu nichts führt. Das alte Problem bei Romcoms, abwechslungsreich Barrieren zwischen den Liebenden aufzubauen um sie halbwegs schlüssig zeitgerecht knapp vorm Ende wieder niederzureißen taucht hier fast unvermindert ebenso auf wie in diversen Hollywoodschnulzen. Kaum zu glauben, dass irgendwer im Publikum nicht von Anfang an ahnt, dass das fremdsprachige Buch sich als pornographischer Roman entpuppt. Um da doch noch einen Lacher zu provozieren muss der Inhalt schon homoerotisch sein. Dabei kann's der Film auch weit weniger billig. Der Teddy, der wegen dem neuen Handy von seiner Besitzerin vernachlässigt wird gehört sicher zu den Highlights ebenso die "Wiedergeburt" der Großmutter. Insgesamt schafft es aber AMELI, jener Film der trotz der männlichen Figur im Zentrum sich schon bald als so was wie das heimliche Vorbild entpuppt, bedeutend besser die einzelnen guten Ideen zu einem kohärenten Ganzem zu verknüpfen. Schraubt man die Erwartungen aber etwas zurück kann man durchaus Gefallen an den Film finden zumal im Genre RomCom in den letzten Jahrzehnten ohnedies kaum ernst zu nehmende Konkurrenz produziert wurde. Wer bei Schmonzetten a'la HITCH suizidgefährdet ist aber dennoch einen Film braucht, den er/sie in Begleitung, die genau nach so was verlangt sehen kann sollte CITIZEN DOG durchaus in Betracht ziehen. Kult dürfte, auch wenn so was immer schwer einschätzbar ist, dennoch kaum entstehen.











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