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CHILDSTAR (Kanada 2004)

von Matthias Mahr

Original Titel. CHILDSTAR
Laufzeit in Minuten. 97

Regie. DON MCKELLAR
Drehbuch. MICHAEL GOLDBACH . DON MCKELLAR
Musik. CHRISTOPHER DEDRICK
Kamera. ANDRÉ TURPIN
Schnitt. REGINALD HARKEMA
Darsteller. DON MCKELLAR . MARK RENDAL . JENNIFER JASON LEIGH . KRISTIN ADAMS u.a.

Review Datum. 2006-01-23
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Bei Festivals ist es ja nicht gerade unüblich, dass Regisseure, Schauspieler oder auch andere Mitwirkende des gezeigten Films bei Vorführungen dabei sind und sich hinterher den Fragen des Publikums stellen. Don McKellar stand auch bei diesem Viennale-Screening dafür zur Verfügung, überraschte zuvor jedoch noch mit einer längeren, durchaus humorvollen Rede in der er vor dem geschlossenen roten Vorhang des Wiener Gartenbaukinos schon einiges über seine Motivation diesen Film zu drehen und den Drehort Toronto ausplauderte. So war eine Begegnung mit Haley Joel Osment, der ihm wie ein Zombie vorkam erste Inspirationsquelle eine Satire über die Ausbeutung von Kinderstars in Hollywood zu drehen und seine Heimatstadt, die unendlich oft als "Double" für diverse US-Städte hinhalten muss, wollte er unbedingt mal als "Star" präsentieren. Dabei war trotz der flüssigen, lockeren, ein wenig leiernden Art mit der er seinen Vortrag brachte so manches was seltsam und unpassend wirkte zu vernehmen. So fühlte er sich geehrt von den vielen wichtigen Menschen, die anwesend wären und entschuldigte sich in einer maßlosen Übertreibung, die Rede sei länger als der eigentliche Film.
Gleich nach Beginn der Vorführung zeigte sich, dass McKellar in Teilen seiner Rede aus dem Film zitierte in dem er selbst einen Experimentalfilmer spielt, der sich als Limousinenchauffeur über Wasser hält. Ein gelungener Einstand des Films, der sich natürlich nicht überall wiederholen lässt. Das Wiener Publikum quittierte den Gag zumindest mit frenetischen Gelächter.

Man sieht den 12-Jährigen Taylor Brandon Burns (Rendall), Star einer Sitcom, welcher in Toronto den 10-Jährigen Sohn des US-Präsidenten spielen soll, der den Terroristen, die seinen Vater entführt haben den Arsch versohlt und nebenbei auch noch statt des Vizes intermediär das Amt führen muss. Am Flugplatz wird er vom erwähnten dem Showbiz fremden "Regichauffeur" Rick Stiller empfangen, der sich um ihn kümmern muss, den Verlockungen der sexuell an ihm interessierten Mutter des Stars (Jason Leigh) aber nicht wiederstehen kann.

Eine Hollywoodsatire also, wenngleich weit weniger offensiv bissig als man dies aufgrund der Inhaltsangabe erwarten würde. Die Figuren werden nicht denunziert und kommen sympathisch rüber. Insbesondere Jennifer Jason Leigh schafft durchaus den Spagat wie eine Eislaufmutter zu wirken und sich dennoch dem Hass des Publikums zu entziehen. Lediglich bei FIRST SON, dem abstrusen Film-im-Film wird kräftig mit dem Holzhammer ausgeteilt. Erstaunlicherweise soll, will man McKellar glauben (ich eigentlich doch wieder nicht), gerade für dessen Treatment rasch Produzentenanfragen eingelangt sein. Davon abgesehen ein wirklich unaufgeregter, aber nichts desto trotz immer amüsanter Coming-of-Age-Film dessen gelungene Schlusspointe sicher auch ohne "Festivalsonderbehandlung" gut rüberkommt.











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