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BRIGHTBURN: SON OF DARKNESS (USA 2019)

von André Becker

Original Titel. BRIGHTBURN
Laufzeit in Minuten. 91

Regie. DAVID YAROVESKY
Drehbuch. BRIAN GUNN . MARK GUNN
Musik. TIM WILLIAMS
Kamera. MICHAEL DALLATORRE
Schnitt. ANDREW S. EISEN . PETER GVOZDAS
Darsteller. ELISABETH BANKS . DAVID DENMAN . JACKSON A. DUNN . EMMIE HUNTER u.a.

Review Datum. 2019-07-04
Kinostart Deutschland. 2019-06-20

Als Teenager hat man es nicht leicht. Die Pubertät kann mitunter verdammt hart sein. Diese Erfahrung muss auch die Hauptfigur in BRIGHTBURN: SON OF DARKNESS machen. Neben den üblichen Teenagernöten treiben Brandon (Jackson A. Dunn) aber noch ganz andere Sorgen um. Durch Zufall entdeckt er, dass er über außergewöhnliche Kräfte und Fähigkeiten verfügt. Kräfte, die ihn zu einem Superhelden machen könnten.

Diese Ausgangslage markiert üblicherweise den Beginn einer Origin-Story, wie man sie aus unzähligen Großproduktionen kennt. Malen nach Zahlen à la Marvel und DC. Regisseur David Yarovesky ist jedoch nicht daran interessiert die mittlerweile todgetrampelten Pfade des Superhelden-Kinos zu beschreiten. Brandons Geschichte ist eine düstere Horror-Story, die der Superkräfte-Thematik eine teuflische Note zuweist. Die Hauptfigur denkt nämlich gar nicht daran mit seinen neu entdeckten Skills Gutes zu, sondern sorgt in seinem beschaulichen Heimatort schnell für Chaos und Tod. Ausnahmsweise also mal keine Aus-großer-Kraft-folgt-große-Verantwortung-Attitüde sondern ein bad-ass-mäßiges Fuck the World.

Der von James Gunn produzierte Streifen fällt leider eher durchwachsen aus. Einerseits überzeugt die Produktion mit guten Darstellern, solider Effektarbeit und einem gelungenen Spannungsaufbau. Anderseits gelingt es Yarovesky nicht wirklich das durchaus vorhandene Potential der Story gewinnbringend einzusetzen. Echte Schauwerte sind rar gesät. Angesichts der Superkräfte der Hauptfigur ist das ziemlich schade. Die Szenen, in denen Brandon seine Kräfte einsetzt sind überwiegend gut getrickst, aber erstaunlich kurz gehalten und dürften vor allem jene Zuschauer enttäuschen, die hier mehr auf ausgedehnte Konfrontationen hoffen.

Das einige der aufwendigeren Sequenzen erst im Abspann laufen kann man zwar unter bewusstes Erwartungen-Unterlaufen verbuchen (und vielleicht schlau finden). Das ändert aber dennoch nichts daran, dass der Film seltsam höhepunktarm auf die Ziellinie zusteuert. Eher unangenehm fällt zudem auf, wie genüsslich Yarovesky die Kamera bei den (wenigen) Splatter- und Gore-Einschüben draufhält. Was wahrscheinlich als klare Abgrenzung zum PG-13-Freigabezwang im Mainstream-Kino gedacht war, ist untern Strich schnell als billige Provokationsmasche durchschaubar.

Das diverse Handlungen der Hauptfiguren kaum nachzuvollziehen sind, ist vor allem der teils überhasteten Figurenentwicklung zuzuschreiben. Hier merkt man dann doch überdeutlich, dass das Skript zu sehr im Turbogang die jeweiligen Eckpunkte der Handlung abarbeitet. Nicht besser wird es dadurch, dass der Film insbesondere bei den Eltern von Brandon (Elisabeth Banks, David Denman) außer Klischees (die liebende Mutter, der schnell emotional-unterkühlte Vater) kaum etwas anzubieten hat.

Seltsam inkonsequent packt der Film darüber hinaus seine Coming-of-Age-Thematik an. Während das Drehbuch anfangs, zumindest ansatzweise, das Teenagerdasein und Brandons Probleme in der Schule als nachvollziehbare Bestandteile der Handlung einbindet, spielt diese Ebene irgendwann überhaupt keine Rolle mehr. So zerfällt BRIGHTBURN: SON OF DARKNESS in zwei Teile, von denen keiner so richtig überzeugen will.

BRIGHTBURN: SON OF DARKNESS ist mit seinen knackigen rund 90 Minuten zwar stets kurzweilig, das permanente Gefühl, dass hier mehr drin gewesen wäre, wird man aber dennoch nicht los. Was bleibt ist ein sauber produzierter B-Film mit A-Besetzung, der in diesem Kinosommer wohl kaum für einen neuen Trend im Genre-Kino sorgen wird.











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