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BLACK BOOK (Niederlande/Belgien/Großbritannien/Deutschland 2007)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. ZWARTBOEK
Laufzeit in Minuten. 145

Regie. PAUL VERHOEVEN
Drehbuch. GERARD SOETEMAN . PAUL VERHOEVEN
Musik. ANNE DUDLEY
Kamera. KARL WALTER LINDENLAUB
Schnitt. JOB TER BURG . JAMES HERBERT
Darsteller. CARICE VAN HOUTEN . SEBASTIAN KOCH . THOM HOFFMAN . HALINA REIJN u.a.

Review Datum. 2007-05-12
Kinostart Deutschland. 2007-05-10

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs schwebt die jüdische Sängerin Rachel Stein zwischen Leben und Tod: Ständig der Gefahr einer Entdeckung ausgesetzt schlägt sie sich auf die Seite der niederländischen Widerstandskämpfer. Als sie mit dem hochrangigen Offizier Münze anbändelt um inhaftierte Mitstreiter vor dem Tod zu retten und der Befreiungsversuch mit einer Menge Leichen endet wird es für Rachel brenzlig: Sowohl die Deutschen als auch die Holländer bezichtigen sie des Verrats und sind ihr auf den Fersen...

Jaja, unser Paule…gut sechs Jahre nach der Nullnummer HOLLOW MAN ging's zurück ins Heimatland, doch europäische Einflüsse lassen sich im neusten Werk des genialen Holländers kaum ausmachen: BLACK BOOK ist -trotz Mikro-Budget (16 Millionen €) - klassisches Hollywood-Kino. Während die amerikanischen Kollegen allerdings seit geraumer Zeit sich damit begnügen bereits Dagewesenes wieder und wieder durchzukauen (Remake-Overkill) oder einfach nur noch Szenen abfilmen, die im Erwin C. Dietrich-Modus in beliebiger Reihenfolge zu neuen Filmen zusammengesetzt werden (PIRATES OF THE CARIBBEAN) bietet uns BLACK BOOK klassische Tugenden: Ein - fast schon etwas zu - straffes, gut ausbalanciertes Drehbuch mit wunderbar plastischen Figuren, etwas Herzschmerz und viele Thrills, abgeschmeckt mit der typisch verhoevenschen Dosis Titten und Blut.
Doch auch die subversive Ader des Regie-Meister kommt wieder in vollen Zügen zum Tragen: Radikal wird aufgeräumt mit der Mär vom edlen holländischen Widerstand, BLACK BOOK spielt in einer Zeit der Orientierungslosigkeit, jeder ist sich selbst der Nächste, alles was zählt ist das Überleben und so trügt auch bei manch Holländer der Schein. Wie Verhoeven seinen Landsleuten hier mit Inbrunst ans Gebälk pinkelt ist schon bemerkenswert und im Kriegsfilm-Genre nicht unbedingt an der Tagesordnung.
Doch es gibt noch einen weiteren Grund sich BLACK BOOK anzusehen: Hauptdarstellerin Carice Van Houten. Die überaus attraktive junge Frau liefert liefert eine Performance ab angesichts derer sämtliche Garners, Biehls und Anistons dieser Welt umgehend zu Staub zerfallen müssten. Mit einer unheimlich beeindruckenden Präsenz verkörpert Van Houten ihre Figur als eine Frau zwischen kühler Entschlossenheit und Fragilität. Man fühlt in jeder Sekunde des Films mit ihr mit; ein Auftritt den man so schnell nicht mehr vergessen wird.
Das einzige was man Verhoevens Film - wenn überhaupt - ankreiden könnte ist eine gewisse Atemlosigkeit: Besonders in der zweiten Hälfte überstürzen sich die Ereignisse, es wäre an so manchen Stellen schön, wenn der Film noch etwas bei seinen faszinierenden Figuren verweilen würde.
Dennoch kann eins ganz klar attestiert werden: Verhoeven ist wieder am Start und es ist zu hoffen, dass der mittlerweile 68jährige für seine nächste subversive Unterhaltungsbombe nicht wieder sechs Jahre braucht.











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