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A SOUND OF THUNDER (USA/Deutschland 2005)

von Hasko Baumann

Original Titel. A SOUND OF THUNDER
Laufzeit in Minuten. 103

Regie. PETER HYAMS
Drehbuch. THOMAS DEAN DONNELLY . JOSHUA OPPENHEIMER
Musik. NICK GLENNIE-SMITH
Kamera. PETER HYAMS
Schnitt. SYLVIE LANDRA
Darsteller. EDWARD BURNS . CATHERINE McCORMACK . BEN KINGSLEY . HEIKE MAKATSCH u.a.

Review Datum. 2006-02-19
Kinostart Deutschland. 2006-03-23

Schon nach ein paar Minuten fällt die Hose in die Kniekehlen: Eine Gruppe von in Raumanzüge gewandten Schauspielern, darunter Armin Rohde und Heike Makatsch, steht im Dschungel und glotzt gebannt nach oben. Dort stapft der vermutlich am lausigsten animierte Computersaurier heran, den man überhaupt im modernen Kino zu sehen bekommt. Ich hab mich gefragt, ob das jetzt ein Hologramm sein soll oder gar eine Traumsequenz, aber nein, das ist der volle Ernst. Willkommen in der Katastrophe. Willkommen beim A SOUND OF THUNDER.

Zeitreisen sind möglich in der Zukunft, die dieser Film ausmalt. Ben Kingsley macht einen Reibach daraus, vergnügungssüchtige Geldsäcke zum immer gleichen Punkt zu schicken, um den immer gleichen Saurier mit seltsamen Wasserpistolen niederzustrecken. Das läuft auch gut, Armin Rohde und Heike Maktasch - die über stupid German money den Weg in diesen Film fanden - sind begeistert. Heike Makatsch ist sogar so begeistert, daß sie mit dem Zeitreiseleiter Edward Burns knattert, wofür es keinen ersichtlichen Grund gibt: Burns spielt so scheiße, so desinteressiert, farblos und völlig frei von Charisma, wie es schon lange kein Ami mehr gewagt hat.

Natürlich geht was schief - jemand schießt einen kapitalen Bock während einer der Reisen, und die systemkritische Catherine McCormack erklärt, es sei so, als würde man einen Stein in einen See werfen: Die Wellen breiten sich immer mehr aus. Und so wird das futuristische Chicago durch immer absurdere Evolutionswunder gejagt, bis die Helden lokalisieren, wer da was für Scheiße gebaut hat.

A SOUND OF THUNDER sollte bereits 2003 ins Kino kommen, aber nicht nur waren die Dreharbeiten in Prag von der Hochwasserkatastrophe betroffen, die Produktionsfirma ging auch noch pleite, weshalb das Geld zur Fertigstellung des Films fehlte. Was wir jetzt hier zu sehen kriegen, ist aber auch noch nicht fertig. Die zahlreichen superranzig animierten Viecher werden locker unterboten durch das futuristische Chicago mit seinen albernen Autos, die in exakt gleicher Geschwindigkeit vorbeiknattern. Die Darsteller latschen - teilweise auf der Stelle!!! - vor einem Greenscreen, der mit Bildern gefüllt wurde, die absolut nicht zum Vordergrund passen. Ein Vulkanausbruch sieht aus wie graue Schlagsahne, die aus einem Stück Toblerone quillt. Hier hat ein Haufen Leute wirklich den Offenbarungseid geleistet.

Peter Hyams, stets als Routinier gegeißelt, hat für einen Routiner einen ganzen Haufen toller Genrefilme auf seinem Konto zu verbuchen, die nicht zuletzt dank seiner exzellenten Kameraarbeit zu gefallen wissen. In A SOUND OF THUNDER sieht man von seinem Können nicht allzu viel, wobei ihm aber hauptsächlich der hundsmiserable Schnitt und die noch miserableren Effekte in die Quere kommen. Hier und da spürt man das Bemühen, aus diesem Haufen Schrott noch irgendwas zu basteln, aber der Mann hatte nie eine Chance.

Dann haben wir da noch die bedauernswerten Schauspieler. Edward Burns gehört vermöbelt für diesen Auftritt. Catherine McCormack, die sich in Interviews immer so irrsinnig beflissen und antiamerikanisch gibt, kann ihrer größtenteils mülligen Filmographie eine weiteren alten Reifen hinzufügen. Mit ihrer anstrengend zickigen Vorstellung macht sie sich auch keine Freude. Heike Makatsch macht sich gut, hätte man gern länger gesehen. Bleibt noch einer: Sir Ben "Don't 'Mister'me!" Kingsley.

Mir egal, ob der Mann ein Arsch ist, am Set arrogant daherkommt oder einen Gottkomplex hat und daß er beständig junge Dinger knallt. Der Mann kann spielen. Selbst mit Weißhaarperücke würdevoll, haut er die Zähne in den Schinken und rennt weg mit einem fast unspielbaren Part. Mit gesundem Overacting bringt Kingsley den Spaß in einen Film, der sympathisch ist, aber leider auch einfach sehr, sehr, sehr schlecht.











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