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ABRAHAM LINCOLN VAMPIRJÄGER (USA 2012)

von Benjamin Hahn

Original Titel. ABRAHAM LINCOLN VAMPIRE HUNTER
Laufzeit in Minuten. 105

Regie. TIMUR BEKMAMBETOV
Drehbuch. SETH GRAHAME-SMITH
Musik. HENRY JACKMAN
Kamera. CALEB DESCHANEL
Schnitt. WILLIAM HOY
Darsteller. BENJAMIN WALKER . DOMINIC COOPER . ANTHONY MACKIE . MARY ELIZABETH WINSTEAD u.a.

Review Datum. 2012-10-21
Kinostart Deutschland. 2012-10-03

Vielleicht ist die Projektion der Grund, warum ich unschlüssig bin, was ich von diesem Film halten soll: Es waren gerade einmal zehn Sekunden verstrichen, da fürchtete ich bereits, dass der Vorführer aus Versehen die Asylum-Variante angeschmissen haben könnte: Ein billiger DV-Look, ein schlechtes 3D und überscharfe Ränder, die so aussahen als könne da jemand nicht mit "After Effects" umgehen. Vielleicht gehört das alles aber auch mit zur Ästhetik, ganz im Sinne eines ironischen Trash-Films. Das aber kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen, denn obwohl ABRAHAM LINCOLN VAMPIRJÄGER ein thematisch überaus trashiger Film ist, sind Kostüme und Kulissen schon reichlich edel und wirken gar nicht so, als wolle Timur Bekmambetov auf den Spuren des Grindhouse-Kinos wandeln.

Überhaupt ist der Film, dessen Drehbuch Seth Grahame-Smith schrieb, der auch zugleich Autor der Romanvorlage ist, viel ernster als es seine Prämisse erahnen lässt. Und genau darin liegt das Problem: Der Film springt zwischen grotesk-absurden Kampfszenen (animiert und im Stile von Videospielsequenzen) und dramatischen Momenten hin und her und scheint sich nie ganz entscheiden zu können, ob er jetzt ein überdrehter Horror-Actioner oder doch lieber ein alternatives Historiendrama sein möchte. Zu dieser Unentschlossenheit passt dann auch das, was der Film überhaupt erzählt: Statt sich auf eine Episode in einem Lebensabschnitt zu konzentrieren, jagen wir einmal quer durch Lincolns gesamte Biographie. Das jedoch nicht ohne Grund, denn Grahame-Seth begnügt sich nicht damit, der historischen Figur Lincoln eine Geheimidentität anzudichten, sondern er muss auch unbedingt noch gleich den gesamten amerikanischen Bürgerkrieg umdeuten. Dieser eine - nennen wir es mal so - "Gag" ist der Mittelpunkt von Roman und Film, darauf ist alles ausgerichtet.

Und das ist blöd, denn es degradiert alle anderen im Film geschilderten Episoden auf austauschbares Beiwerk, das lediglich die Zeit bis zum großen Twist überbrücken soll. Nichts greift hier wirklich ineinander und so ließe sich das große Finale auch vollkommen anders herleiten als in der Weise, für die sich Grahame-Smith entschieden hat. Gutes Geschichtenerzählen sieht definitiv anders aus.

Dass der Film dennoch kein Totalausfall ist, verdankt er seinen wenigen, aber dann wirklich charmant hysterisch-überdrehten Momenten, den doch sehr spannenden Kampfszenen und der überzeugenden Ausstattung. Das alles jedoch reicht nicht für eine ernstzunehmende Empfehlung und so fällt das Fazit eher verhalten aus: Kann man irgendwann mal vom Grabbeltisch mitnehmen, aber wer ihn nicht gesehen hat, der verpasst nicht viel.











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