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KAPITELWAHL

WAR OF THE WIZARDS (Korea 2009)

von Andreas Neuenkirchen

Original Titel. WOOCHI
Laufzeit in Minuten. 136

Regie. CHOI DONG-HOON
Drehbuch. CHOI DONG-HOON
Musik. JANG YOUNG-KYU
Kamera. CHOI YOUNG-HWAN
Schnitt. SHIN MIN-KYUN
Darsteller. KANG DONG-WON . KIM YUN-SEOK . LIM SU-JEONG . YUM JUNG-AH u.a.

Review Datum. 2011-05-17
Erscheinungsdatum. 2011-01-28
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . KOREANISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . NIEDERLÄNDISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Ist ein Film ein Blockbuster in Korea, wird das gern von Menschen, die auf amerikanische Blockbuster gewohnheitsmäßig allergisch reagieren, als fürsprechendes Argument angeführt. Dabei gibt es dafür keinerlei Anlass. Die Kinogängermasse ist im Osten keineswegs geschmackssicherer und die dortige Filmindustrie garantiert nicht edler und besser als die im Westen. Genauso wie hin und wieder Goutierbares aus Hollywood kommt, ist der gemeine koreanische Mainstream-Blockbuster dumpfes, seelenloses Spektakel streng nach Schema F. WAR OF THE WIZARDS ist dafür ein Paradebeispiel.

Der junge Jeon Woo Chi (Gang Dong-won) gehört zu den talentiertesten Zauberern und Kobold-Bekämpfern der Chosun-Dynastie, aber nicht unbedingt zu den beliebtesten unter seinesgleichen. So wird der kecke Prahlhans von neidischen Konkurrenten für 600 Jahre in ein Bild verbannt. Als er wieder herauskommt, muss er im modernen Korea erneut gegen seine alten Widersacher antreten, um zu verhindern, dass eine sagenhafte Zauberflöte in die falschen Hände gerät. Im Schlepptau hat er einen Hund in Menschengestalt (zuständig für den Humor), eine arrogante Schauspielerin (für die Schadenfreude) und deren bezaubernde Assistentin (Spezialgebiet: Romantik).

Wenn die Handlung von WAR OF THE WIZARDS nach einer kleinen Ewigkeit in der Gegenwart ankommt, kommt kurzzeitig Hoffnung auf, dass aus der zähen Chose doch noch so etwas wie ein leichtfüßiger HIGHLANDER für die HARRY POTTER-Generation werden könnte. In der modernen Stadt ist der Kampf Magier vs. Monster weitaus interessanter anzusehen als in der historischen Kulisse, vor der schon stärkere Schlachten stattgefunden haben. Leider aber zerfasert der Film nach ein paar charmanten Scharmützeln völlig. Viel zu viele uninteressante Nebenfiguren bekommen ihre eigenen Handlungsstränge, die nur mit Ach und Krach Verbindung zum Hauptplot finden. Eine Figur scheint lediglich deshalb den ganzen Film mitgeschleift zu werden, um im Finale einen Verrat am Protagonisten zu begehen, was leider alles bloß länger und komplizierter aber überhaupt nicht spannender macht.

Im finalen Kampf immerhin läuft WAR OF THE WIZARDS - zu spät und viel zu kurz - mit einem flinken und blitzgescheiten Verwirrspiel um Zeit, Raum, Illusion und Realität zu Höchstform auf. Hier sieht man noch einmal, welcher Film dies hätte werden können, wenn man nicht krampfhaft versucht hätte zu wenig Story mit zu viel Füllmaterial auf zu lange Laufzeit zu mästen.
Es ist kaum etwas ernsthaft schlecht an WAR OF THE WIZARDS, aber es ist so wenig richtig gut und es wurde so viel Potenzial verschenkt, dass einen das Ergebnis trübsinniger macht als eine lupenreine Katastrophe.

DVD.
Ton und Bild lassen nichts zu wünschen übrig. Auf der zweiten DVD der Special Edition findet sich jede Menge Material (u.a. B-Roll, Interviews, Mini-Dokus zu Effekten und Locations), das genauso ist wie der Hauptfilm: Viel zu viel, aber leider nicht des Guten.








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