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KAPITELWAHL

WINDSTRUCK (Korea 2004)

von Andreas Neuenkirchen

Original Titel. NAE YEOJACHINGUREUL SOGAE HABNIDA
Laufzeit in Minuten. 90

Regie. KWAK JAE-YOUNG
Drehbuch. KWAK JAE-YOUNG
Musik. CHOI SEUNG-HYUN
Kamera. JEONG HAN-CHEOL
Schnitt. KIM SANG-BUM
Darsteller. JUN JI-HYUN . JANG HYUK . KIM SU-RO . LEE KI-WOO u.a.

Review Datum. 2010-10-10
Erscheinungsdatum. 2010-08-12
Vertrieb. HIGHLIGHT/CONSTANTIN

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . KOREANISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
2010 will man es den deutschsprachigen Anhängern des südkoreanischen Regisseurs Kwak Jae-Young mal so richtig zeigen. Erst die DVD-Veröffentlichung seiner japanischen Science-Fiction-Schnulze CYBORG SHE, dann die notwendig aufpolierte Neuauflage des panasiatischen Blockbusters MY SASSY GIRL, und jetzt immerhin einer der beiden Filme, die dazwischen lagen: WINDSTRUCK.

Als der Lehrer Myung-woo einen Handtaschenräuber verfolgt, kommt es zu einer Verwechslung, und die resolute junge Polizistin Gyeong-jin nimmt ihn statt des Übeltäters fest, sogar ziemlich fest. Bei einer nächtlichen Streife begegnen sie sich wieder, der friedliebende Myung-woo wird dabei gleich in zwei haarsträubende Polizeieinsätze hineingezogen. Es ist der Beginn einer großen Liebe. Aber die Gefährlichkeit von Gyeong-jins Beruf wird zur ernsthaften Gefährdung des jungen Beziehungsglücks.

Wenn hier die Inhaltsbeschreibung abbricht, hat man zwar kaum den halben Film erzählt, lässt ihm aber seine größte Stärke, nämlich seine totale Unberechenbarkeit. Mit der geht es schon früh los. Alles beginnt als seichte Slapstick-Komödie, aber noch vor der 30-Minuten-Marke bekommt man eine Martial-Arts-Keilerei und eine blutige Schießerei, die in einem Johnnie-To-Film nicht fehl am Platze wäre, obendrauf.

WINDSTRUCK gilt vielen als schwarzes Schaf unter den Komödien von Kwak Jae-Young. Die Ausgangssituation und Figurenkonstellation seien zu nah an MY SASSY GIRL, das Ganze zu verkrampft darauf abgestimmt, diesen Erfolg zu wiederholen. Das ist kommerziell dann auch nicht ganz gelungen. Die Einspielergebnisse konnten sich zwar sehen lassen, blieben aber hinter den Erwartungen zurück. Seltsam eigentlich. Denn wer Augen hat zu sehen, der sieht, dass WINDSTRUCK ein gelungenerer Film ist als MY SASSY GIRL. Ja, man hat auch hier eine tragikomische Liebesgeschichte zwischen einer harten Frau und einem nicht ganz so harten Mann, in der zum Schluss nicht alles streng wissenschaftlich zugeht. So ließe sich im Übrigen auch der besser gelittene CYBORG SHE beschreiben. Es ist wohl so ein Kwak-Jae-Young-Ding. Er versucht es solange, bis er es richtig hinbekommt. Dann hätte er aber bei WINDSTRUCK aufhören können, denn hier gelingt ihm eine Erzählung, die von Anfang an unterhält und bewegt. Der ältere und der neuere Film strapazieren mitunter stark die Geduld mit vorenthaltenen Informationen und ziellosen Exkursen in Subplots und Nebenschicksale. Auch hier kommt die Handlung dann und wann vom geraden Weg ab, aber man folgt ihr gerne. Waren die Film-im-Film-Sequenzen in MY SASSY GIRL noch gut aussehende Fremdkörper, so ist eine vergleichbare historische Fantasy-Sequenz in WINDSTRUCK nicht nur in sich sehr schön, sondern findet auch einen Bezug zur eigentlichen Geschichte, wenn auch nur einen hauchzarten.

Nicht geringen Anteil am guten Gelingen des Films haben zudem die Hauptdarsteller. Mit Gianna Jun, hier noch Jun Ji-hyun, ist eh nicht viel falsch zu machen, sie ist vollkommen zurecht von Romcom bis Splatter das Go-to-Girl für die Frauenrollen mit dem gewissen herben Charme. Schön ist, dass ihr und ihrer Rolle diesmal ein männlicher Part zur Seite steht, der kein kompletter Dämlack ist, und von Jang Hyuk auch nicht so angelegt wird. Sein Myung-woo mag zwar etwas zu gutmütig für den Dschungel da draußen sein, aber das macht ihn eher sympathisch als blöde. Man kann sehen, was die beiden aneinander finden. Keine Selbstverständlichkeit in den Werken des Regisseurs. So bleibt man gerne zwei Stunden bei der Stange, selbst wenn man nicht weiß, ob trotz oder wegen der vielen unwahrscheinlichen Wendungen und unverschämten Genrewechsel.

DVD.
Geht man mit strengen Referenzvorstellungen an die Sache, ist das Bild bisweilen etwas matschig, für den Hausgebrauch aber noch im Toleranzbereich. Der Ton geht mehr als in Ordnung, obwohl man das nur in musikalisch dominierten Szenen richtig zu schätzen weiß. Ein paar Extras gibt es. Aber keine, an die man sich zwei Minuten später noch erinnern könnte.








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