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KAPITELWAHL

SPIDER-MAN - STAFFEL 1 (USA 1994)

von Stefan Mader

Original Titel. SPIDER-MAN
Laufzeit in Minuten. 90

Regie. BOB RICHARDSON
Drehbuch. diverse
Musik. DAVID LEON . SHUKI LEVY . KUSSA MAHCHI
Kamera. -
Schnitt. GEORGE D. BROWN III . MARK DEIMEL
Darsteller. CHRISTOPHER DANIEL BARNES . SARA BALLANTINE . EDWARD ASNER . HANK AZARIA u.a.

Review Datum. 2009-11-06
Erscheinungsdatum. 2009-06-25
Vertrieb. CLEAR VISION/ROUGH TRADE

Bildformat. 1.33:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0) . DÄNISCH (DD 2.0) . NORWEGISCH (DD 2.0) . SCHWEDISCH (DD 2.0)
Untertitel. FINNISCH . NIEDERLÄNDISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Wollte man den Superhelden mit den meisten Film- und TV-Inkarnationen küren, wäre Spider-Man wohl ein heißer Anwärter auf den ersten Platz.
Neben Sam Raimis aktueller Reihe von Blockbusterfilmen und der irrwitzigen live action-Fernsehserie aus den späten 70ern (die, wo Spidey ein Teesieb statt der weißen Augenlinsen in der Maske hat) wurden die Abenteuer des Wandkrabblers auch immer wieder in animierter Form aufbereitet. So gibt es eine Zeichentrickserie aus den späten 60ern und seit den 80er Jahren war man Spider-Man sogar jeweils zwei Cartoonserien pro Dekade vergönnt.

Die hier besprochene, ohne "amazing", "spectacular" oder ähnliche Attribute schlicht SPIDER-MAN betitelte Serie war Teil der in der ersten Hälfte der 90er gestarteten großen Cartoonoffensive Marvels, während der auch die FANTASTIC FOUR und natürlich die X-MEN zu Zeichentrickehren kamen. Wie letztere kam auch SPIDER-MAN auf stolze fünf Staffeln, was für vornehmlich auf schulpflichtiges Publikum abzielende Serien eine halbe Ewigkeit darstellt. Die große Stärke der Marvel-Comics, nämlich die Probleme der Superhelden im Alltag und Privatleben immer wieder zu fokussieren um den Charakteren so Profil zu verleihen, wird auch in SPIDER-MAN ausgespielt. So stehen Peters Verhältnis zu Tante May sowie deren Ablehnung gegenüber dem rot-blauen Helden und der von Bugle-Herausgeber J. Jonah Jameson gegen Spidey geführte Kleinkrieg ebenso immer wieder im Blickpunkt wie Peters romantische Avancen gegenüber Felicia Hardy und Mary Jane Watson. Dennoch bleibt SPIDER-MAN - von explizit mehrteiligen Episoden abgesehen – relativ strikt in den Bahnen in sich abgeschlossener Folgen, eine nennenswerte Charakterentwicklung oder die Etablierung spannender längerfristiger Handlungsbögen sind (zumindest in der vorliegenden ersten Staffel) nicht zu erkennen. Speziell bei einem der episodenübergreifenden Elemente ist tatsächlich das Gegenteil der Fall: J. Jonah Jamesons Omnipräsenz nervt bisweilen sogar anstatt die Serie auf ein höheres Level zu heben.
Positiv zu werten ist hingegen die Einbindung der Storyline rund um Spideys schwarzes Kostüm. Dieses kommt zwar nur für die Dauer eines Dreiteilers zum Einsatz (gerade hier hätte sich ein längerer Handlungsstrang geradezu aufgedrängt), dafür steht der Symbiont allerdings wirklich im Mittelpunkt – im Gegensatz zu Sam Raimis mit zu vielen Subplots übersättigten SPIDER-MAN 3, sodass die Zeichentrickserie dem Stoff letztlich eher gerecht wird als der Kinofilm. Außerdem wird im Zuge von "The Alien Costume" natürlich auch Venom eingeführt, der sich nahtlos neben anderen A-Schurken wie Doctor Octopus, Lizard, Kraven, Hobgoblin und dem Kingpin einreiht. Doch auch Gegner aus der zweiten Reihe wie Scorpion, Rhino oder Shocker haben ihren Auftritt und sorgen für Abwechslung.

Leichten Unmut verursacht hingegen die Entscheidung der Macher, SPIDER-MAN, ebenso wie zuvor die X-MEN, "kinderfreundlicher" zu machen, indem keine realistischen Waffen dargestellt werden – mit dem zweifelhaften Erfolg, dass in beiden Serien mit Laserkanonen geschossen wird. Dass dies nicht auf gesetzliche Bestimmungen zurückzuführen ist, beweist ein kurzer Blick auf BATMAN: THE ANIMATED SERIES (meiner bescheidenen Meinung nach sowohl inhaltlich als auch in puncto Animation die Messlatte für Zeichentrickserien), die damals ebenfalls auf Fox Kids ausgestrahlt wurde und in der auf solcherlei futuristischen Firlefanz verzichtet wurde.
Davon abgesehen ist SPIDER-MAN allerdings gut gelungen und auch die Animation der Serie kann sich sehen lassen. Ähnlich wie später beim SILVER SURFER, sind auch hier manche Elemente (zumeist New Yorker Häuserschluchten) computergeneriert, der Großteil der Animation wurde jedoch im klassischen Stil gemacht. Besonders hervorzuheben ist die spürbare Dynamik, die entsteht, wenn Spidey sich durch die Gegend schwingt. Auch die deutsche Synchro ist ordentlich und selbst wenn sie der Originalversion nicht ganz das Wasser reichen kann muss man sie allein schon deswegen mögen, weil "Spider-Man" hier ganz old-schoolig mit "die Spinne" übersetzt wird.
Die vorliegende Inkarnation des Spinnenmanns wird der Comicvorlage gerecht... und das darf durchaus als Kompliment gewertet werden.

DVD.
Wie beim SILVER SURFER verpixeln die schwarzen Outlines der Zeichnungen zum Teil etwas, davon abgesehen geben die beiden DVDs technisch aber keinen Grund zur Klage. Die Farben sind wunderbar kräftig, der Stereoton in allen fünf Sprachfassungen ordentlich, die Tonspuren und Untertitel jederzeit wechselbar.
Auch bei SPIDER-MAN gibt es als Extra lediglich einen vierfarbigen Episodenführer, der (ebenso wie das DVD-Menü) wie ein Comicheft gestaltet wurde.








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