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KAPITELWAHL

WESTENDER - DIRECTOR'S CUT (USA 2003)

von Stefan Mader

Original Titel. WESTENDER
Laufzeit in Minuten. 105

Regie. BROCK MORSE
Drehbuch. JEFFERSON BRASSFIELD . BROCK MORSE
Musik. ROB SIMONSEN
Kamera. MATT MOLITOR
Schnitt. BROCK MORSE
Darsteller. BLAKE STADEL . DARLENE DADRAS . ROB SIMONSEN . KARI GJONE u.a.

Review Datum. 2008-02-14
Erscheinungsdatum. 2007-01-18
Vertrieb. MIG/EUROVIDEO

Bildformat. 1.85:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Nach dem gewaltsamen Tod seiner Frau ist Sir Asbrey von Westender (Stadel) alles andere als eine Zier des Ritterstandes. Dem Suff ebenso zugetan wie der Spielsucht, verliert er seinen wertvollen Ring an den Spielmann Glim (Simonsen) und anstatt dem schutzbedürftigen Wandervolk seiner Freundin Sarin (Dadras) auf dessen gefährlicher Reise zur Seite zu stehen, will er dem Minnesänger das verspielte Juwel wieder abluchsen. Glim ist auch bald gefunden, doch der Ring befindet sich bereits in den Händen einer Bande von Sklavenhändlern. Asbrey nimmt die Verfolgung auf. Um das Abenteuer zu bestehen, muss der heruntergekommene Ritter allerdings seine Tugenden erneut entdecken...

Erinnert ihr euch an Abenteuerbücher? Diese Schmalspur-Rollenspiele in Buchform, wo es üblicherweise hieß "Wenn du die Tür zur Hütte des Eremiten öffnen willst, lies weiter bei 234, ansonsten bei 321"?
An solche interaktiven Abenteuer erinnert mich WESTENDER, doch während diese als Bücher mitunter ganz spannend sein konnten, gestaltet sich das Prinzip in Form eines fast zweistündigen Films eher langatmig. Das liegt unter anderem daran, dass Regisseur Brock Morse zunächst zu viel Zeit darauf verwendet, seinen Protagonisten als richtig heruntergekommenes Wrack zu etablieren. Dies geschieht unter anderem mittels Rückblenden in längst vergangene Schlachten, die jedoch nicht episch, sondern kraftlos aussehen. Da die Statisten aus Reenactment-Gruppen rekrutiert wurden ist die Ausstattung (Rüstungen etc.) nicht schlecht, aber in der Post-HERR DER RINGE-Ära ist man einfach Besseres und Aufwändigeres gewohnt, was Umsetzung und den generellen Maßstab betrifft. Erschwerend kommt hinzu, dass die Rückblenden sich bereits nach einer halben Stunde wiederholen, d.h. es werden genau dieselben Einstellungen nochmals verwendet. Gekrönt werden diese Erinnerungssequenzen von einem Score, der unpassenderweise eher an ein schmachtendes Liebesthema als an die Untermalung von Schlachtengetümmel gemahnt. Dabei wäre die Filmmusik mit ihren gelegentlichen Irish Folk-Einflüssen grundsätzlich gar nicht mal übel.
Trotz einiger Längen hätte WESTENDER prinzipiell ein wohlwollendes Review verdient. Der Independent-Film spielt ganz einfach zwei bis drei Gewichtsklassen unter den Genre-Meilensteinen der letzten Jahre, was aber noch lange nicht heißen müsste, dass Fantasy-Freunde ihn nicht trotzdem gut finden könnten. Allerdings verreckt WESTENDER nach etwa 70 Minuten urplötzlich. Sobald Asbrey auf seiner Jagd nach den Sklavenhändlern in die Wüste gelangt, wird aus einem Film mit ein paar Durchhängern ein todlangweiliges Martyrium. Wenn Asbrey elendslang durch Sanddünen stapft veranlasst das auch den eingefleischtesten Fantasy-Fan, fieberhaft nach dem Eject-Knopf seiner Fernbedienung zu suchen.

DVD.
Mit einem gut fünf Minuten langen Making Of, zwei geschnittenen Szenen und zwei Trailern des Films bietet WESTENDER einige brauchbare Extras. Bei der "Standardausstattung" der DVD sucht man dafür vergebens nach Untertiteln.
Etwas merkwürdig scheint darüber hinaus die auf der Hülle prangende Ankündigung, der Film liege in "neu überarbeiteter Bild- und Tonqualität" vor. Den Ton gibt es sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch (inkl. US-Akzent) nämlich lediglich in Stereo und auch das Bild ist immer noch ein Stück davon entfernt, perfekt zu sein. Zwar sind die Farben kräftig, aber dem Bild hätte etwas mehr Schärfe gut getan und vor allem auf hochauflösender Bildschirmen verpixelt das Bild schnell. Also keineswegs herausragend.








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