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KAPITELWAHL

WIE RAUBKATZEN (Frankreich 1964)

von Björn Eichstädt

Original Titel. LES FÉLINS
Laufzeit in Minuten. 93

Regie. RENÉ CLÉMENT
Drehbuch. RENÉ CLÉMENT
Musik. LALO SCHIFRIN
Kamera. HENRI DECAE
Schnitt. FEDORA ZINCONE
Darsteller. ALAIN DELON . JANE FONDA . LOLA ALBRIGHT . SORRELL BOOKE u.a.

Review Datum. 2006-09-04
Erscheinungsdatum. 2006-09-06
Vertrieb. CONCORDE

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 1.0) . FRANZÖSISCH (DD 1.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Wenn es um die großen Regisseure Frankreichs geht, fällt sein Name relativ selten. Dabei hat René Clément solch umwerfende Klassiker wie NUR DIE SONNE WAR ZEUGE mit dem blutjungen Alain Delon oder das Bronson-Vehikel DER AUS DEM REGEN KAM abgeliefert. Allein: Die Nouvelle Vague kam ihm in die Quere - und seine Art Filme zu machen war im Verlauf der 60er nicht mehr so recht en vogue. Dabei wollte Clément vermutlich einfach der französische Hitchcock sein; ein Ansinnen, dem er bei seinem 1964er-Werk WIE RAUBKATZEN erstaunlich nahe gekommen ist.

Marc, ein etwas schleimiger französischer Playboy - klar, gespielt von Alain Delon, dem diese Rolle einfach zu gut steht - legt sich mit dem Falschen an: Nach einer Liebesnacht mit der Braut eines New Yorker Gangsters ist er permanent auf der Flucht vor dessen Gangmitgliedern. Da kommen Barbara, eine reiche Witwe, und ihre Cousine Melinda gerade recht. Sie sammeln Marc in einer Kirche auf und machen ihn zum Chauffeur ihrer kleinen Familiendynastie. Doch seltsame Dinge gehen in Marcs neuer Bleibe vor sich: Barbara hat ihren Liebhaber jahrelang auf dem Dachboden versteckt, um schließlich mit ihm das Land zu verlassen, doch dazu braucht sie ein männliches Opfer mit Reisepass - und Melinda, die extrem leckere Jane Fonda, hat einen Narren an eben diesem gefressen. Die Spannung steigt.

Was zunächst aussieht wie ein klassischer Gangsterfilm, entwickelt sich im Verlauf des Plots zu einem astreinen Psychothriller, der mehr als einmal ganz überraschend die Richtung wechselt. Die subtile Spannung schleicht als graues Grauen zwischen dem Schwarz und Weiß dieses Films herum. Stillvoll und elegant - ohne unnötige Action und langweilige Effekte, die ja heutzutage die meisten Filme bestimmen - erzählt Clément seine kleine Schauermär, packt Erotik zwischen die Bilder, wie es sie nur in einer Zeit geben konnte, in der Erotik nicht gleich Nacktheit war, und dreht handwerklich perfekt an der sich immer weiter zudrehenden Spannungsschraube.

Am Ende schließt sich dann sogar, durch eine interessanten Kniff, der Kreis der Erzählung, ähnlich wie in Polanskis DER MIETER. WIE RAUBKATZEN ist ein hervorragender Film, der durch die DVD-Veröffentlichung hoffentlich mehr Anhänger gewinnen wird.

DVD.
Bild und Ton sind fein, was für einen Mittsechziger-Thriller schon etwas heißen will. Doch neben dem tollen Film bietet diese DVD leider rein gar nichts, was den Filmfreund jubilieren lassen würde. Ein Blick in die Extrabox zeigt nur gähnende Leere. Schade eigentlich - ein bisschen was zum sonstigen Werk von René Clément oder zur Entstehung des Films wäre schön gewesen.








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