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KAPITELWAHL

WHITE SKIN (Kanada 2004)

von Stefan Mader

Original Titel. LA PEAU BLANCHE
Laufzeit in Minuten. 89

Regie. DANIEL ROBY
Drehbuch. JOEL CHAMPETIER . DANIEL ROBY
Musik. MARTIN LORD . RENÉ DUPÉRÉ
Kamera. ERIC CAYLA
Schnitt. FRANCOIS BÉGIN . DANIEL ROBY . YVANN THIBAUDEAU
Darsteller. MARC PAQUET . MARIANNE FARLEY . FRÉDÉRIC PIERRE . JESSICA MALKA u.a.

Review Datum. 2005-09-24
Erscheinungsdatum. 2005-08-24
Vertrieb. SUNFILM

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . FRANZÖSISCH (DTS/DD 5.1/DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Anlässlich seines Geburtstages machen der vom Land kommende Thierry (Paquet) und sein bester Freund Henri (Pierre), beide Studenten in Quebec, einen drauf und lassen sich letztlich gar von zwei Gewerblichen mit nach Hause nehmen. Da Thierry blasse, rothaarige Frauen unattraktiv findet, begleitet eben Henri die derart zu beschreibende Marquise (Malka) und zieht damit eindeutig die Arschkarte, denn Marquise scheint verrückt zu sein und versucht den jungen Mann im Bett zu erstechen, was Henri dank des beherzten Eingreifens seines argwöhnischen Freundes knapp überlebt.

Einige Zeit später, als wieder Normalität in das Leben der Wohnungsgenossen eingekehrt ist, lernt Thierry an der Uni die Musikerin Claire (Farley) kennen. Obwohl diese mit ihrer fast durchsichtigen Haut und ihrem roten Haar eigentlich alle von Thierry als unschön empfundenen äußerlichen Charakteristika vereint, fühlt er sich von der stets zwischen ablehnender Kühle und heißer Leidenschaft pendelnden Frau magisch angezogen. Bald dreht sich Thierrys ganze Welt nur noch um Claire und so findet er in ihrer Anwesenheit kaum noch den Weg aus seinem Schlafzimmer.
Dies wiederum alarmiert Henri, der diese intensive Beziehung Thierrys zu einer ihm offenbar weitestgehend unbekannten Person für bedenklich hält. Zwar wehrt Thierry die Einwände seines Freundes zunächst kategorisch ab, doch als er im Zuge eines Krankenhausbesuches Claires Familie kennen lernt beginnt auch er nachzudenken, trifft er doch dabei eine alte Bekannte wieder...

Was sich in der Inhaltsangabe noch durchaus interessant anhört, entpuppt sich – um das gleich einmal vorweg zu nehmen – leider sehr bald als ziemlich unmotiviert kredenzte Mischkulanz verschiedener Elemente, die sich einfach nicht entscheiden kann, ob sie nun Fisch, Fleisch oder sonst was sein will. Späht der Film durch den Mordversuch zu Beginn und das Studentenleben der beiden Freunde zunächst etwas in die Ecke rezenter Teen-Slasher (inklusive keusch angedeutetem wildem Sex) wird im weiteren Verlauf mit äußerst mäßigem Erfolg versucht, Elemente des Thrillers einzubauen, ehe der Film sich auch des Übernatürlichen annimmt... und ob der unausgegorenen Verquickung dieser Elemente meines Erachtens ziemlich baden geht.
Dass auf dem Weg zur erwähnten übernatürlichen Erklärung der mysteriösen Blutlust natürlich auch die haitianische Abstammung Henris ausgiebig bemüht wird ist absolut flach, reiht sich aber nahtlos in die vielen anderen Stereotypen ein, die in WHITE SKIN zum Zuge kommen. So werden Menschen mit auffällig schwacher Pigmentierung einseitig als verführerisch aber gefährlich dargestellt und gleichzeitig postulieren Henris Verwandte bei fast jedem ihrer Auftritte, einzig ihre Hautfarbe sei an ihrer misslichen Lage schuld. Obwohl vom Regisseur und Drehbuchautor so bestimmt nicht beabsichtigt, erscheint dies wie Rassismus mit umgekehrten Vorzeichen. Dazu kommen der erschreckend häufige Gebrauch des unsäglichen, aus biologischer Sicht längst überholten Rassenbegriffs und der Versuch der Mordsippe, sich als nächste evolutionäre Stufe des Menschen darzustellen, was nichts anderes als übelstes pseudowissenschaftliches Blabla ohne jegliche Grundlage ist. Die Art und Weise, wie ethnische Konflikte hier halbherzig in einer völlig auf Oberflächlichkeiten beruhenden Geschichte kontextualisiert werden stimmt nachdenklich.
Und es bleibt einem viel Zeit zum Nachdenken, da der Film leider auch ohne das nötige Gespür für Tempo inszeniert ist und somit das Publikum nicht zu fesseln vermag. Die Handlung plätschert relativ gleichmäßig vor sich hin, ohne wirkliche Spannung aufzubauen. Auch der Showdown pirscht sich heran, als sei er um möglichst geringes Aufsehen bemüht und wenn ein paar der Figuren den Löffel abgeben, beobachtet man dies als Zuseher weitestgehend unberührt aus der Distanz.
Das war wohl nichts. Schade, dabei hätte WHITE SKIN auf den ersten Blick wirklich interessant gewirkt...

DVD.
Die mit einem schönen Pappschuber ausgestattete DVD erfreut mit scharfem Bild, kräftigen Farben, ordentlichem Ton sowohl auf Deutsch, als auch auf Französisch und frei zuschaltbaren deutschen Untertiteln. Leider ist die Tonspur nicht direkt während des Films, sondern nur über das Menü zu wechseln.
An Extras gibt es die Trailer zu WHITE SKIN und anderen Titeln von SUNFILM, fünf geschnittene Szenen und einen (unverständlicherweise nicht untertitelten) Audiokommentar des Regisseurs.








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