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SUBMERGED (USA 2005)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. SUBMERGED
Laufzeit in Minuten. 96

Regie. ANTHONY HICKOX
Drehbuch. PAUL DE SOUZA . ANTHONY HICKOX
Musik. GUY FARLEY
Kamera. DAVID BRIDGES
Schnitt. MICHAEL JOHN BATEMAN . ALAIN JAKUBOWICZ
Darsteller. STEVEN SEAGAL . CHRISTINE ADAMS . VINNIE JONES . GARY DANIELS u.a.

Review Datum. 2005-06-09
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Man muß ihn einfach irgendwie lieb haben: Einsdreiundneunzich groß, einszwanzich breit, er hört sich an wie 'ne Tonbandaufnahme von 1929 und hat ein Gesicht wie Steinbeißer aus der "Unendlichen Geschichte".
Die Rede ist von Action-Opi Steven Seagal, einst Major-Player in der A-Liga, heute Pausenclown für Videojunkies, was dem Herren aber nicht im Geringsten zu jucken scheint. Nach wie vor latscht der Gute -meist im Schwangerschaftskleid- durch die Kulissen, flüstert seine Texte vor sich hin (=Schauspiel) und wedelt mit den Armen (=Martial Arts).

An sich wäre das ja nicht weiter schlimm, denn unterhaltsam und -z.B. bei BELLY OF THE BEAST- lustig isses ja ab und an schon, allerdings macht's auch nur richtig Spaß, wenn ein einigermaßen tauglicher Kapitän das Seagal-Schlachtschifft steuert.
Der letzte Total-Ausfall hieß INTO THE SUN dessen Regisseur im besten pornostyle einen Namen (mink) trägt und Stevie in die Amateurhölle eines durch und durch dillethantischen Regisseurs führt, dessen Fähigkeiten Erinnerungen an diverse heimische C-Sternchen wachruft.

Dementsprechend waren die Erwartungen natürlich niedrig bzw. es gab hier nach eigentlich keine mehr, doch - was für eine Überraschung - es geht wieder bergauf: Anthony Hickox heißt der neue Mann auf dem Deck und man kann nur eins sagen: Thanks!

Die Story um einen irren Wissenschaftler, der Soldaten umpolen und sich gefügig machen kann, ist simpel und auch etwas dämlich, wird aber dafür schnell und halbwegs logisch durchgezogen. Aber das scheint hier nicht wirklich von Interesse gewesen zu sein: Hickox gibt dem Seagal-Film viel eher das zurück, was Seagal-Filme schon lange nicht mehr haben: Viel und satte Action!

Im modisch-angesagten MTV-Stil spendiert Mr.Hellraiser Steven seine besten Auftritte seit langem, schon der Einstieg rockt: Untermalt von trendiger Nu-Metal-Mucke (ohne die heutzutage wohl keine aktuelle Genre-Produktion mehr auszukommen scheint) stampft der in Ketten gelegte Seagal durch einen dunklen Gang. Wirklich sehr ulkig, vor allem da die Kampfwurst in dieser Sequenz eindeutig am korpulentesten ausschaut. Danach darf er mit seinem Team auf die Jagd gehen, zudem übrigens zwei äußerst attraktive Fickschlitten gehören, die sich auch mal einen eher unmotivierten Catfight liefern dürfen. Man merkt, hier werden auch die niedersten Gelüste bedient, ansonsten wird ausgiebigst und stellenweise extrem brutal gekämpft und geballert, wobei besonders die Verwendung Seagals gefällt:

Anstatt Steven wie in z.B. BELLY OF THE BEAST ausgefeilte Kampfchoreographie, bei denen in jeder zweiten Einstellung sogar ein Blinder mit Augenbinde das Double bemerkt, aufzubrummen, gibt's hier gerade mal zwei Martial Arts-Szenen, die die Betonung eher auf Nahkampf legen. Zum einen der viel versprechende, aber leider etwas kurz geratene Fight gegen Gary Daniels, bei dem aber offensichtlich mal nicht gedoubelt wurde und einen knackigen und brutalen Endkampf, bei dem aber wiederum deutlich schwerer zu sagen ist, ob wirklich Stevie da mit den Armen fuchtelt (ach ja, bitte grundsätzlich keine größeren Bewegungen erwarten, ich sagte ja, Seagal wird optimal verwendet).
Allerdings wird in SUBMERGED auch deutlich wie schnell der Stern des kultigen Betongesichts verblasst, wenn er mal einen motivierten Mitspieler an die Seite gestellt bekommt. Dieser heißt hier Vinnie Jones und hängt mit sichtbarer Spielfreude die coole, aber immer symphatische Sau mit toughen Onelinern raus.
Ein neuer Actionheld? Ich hoffe es!

Zu Motzen gäbe es in diesem wohl besten Seagal-Film der letzten 4 Jahre lediglich, dass Hickox es hinsichtlich der Inszenierung etwas zu gut meint, hier und da ein Effekt weniger wäre so schlecht nicht gewesen, und dass die Außenaufnahmen oft geborgt wirken. Aber who fucking cares?
Es macht endlich mal wieder so richtig Spaß einen Seagal-Film anzuschauen und das ist doch auch schon eine ganze Menge.











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